Aral - kein Franchise?

Kein Franchise – aber erfolgversprechende Geschäftsidee?

Wer kennt es nicht, das blau-weiße Logo mit den vier großen Buchstaben? Freche Teenies machten sich vor Zeiten einen Spaß daraus, jeweils einen davon auf der Vorder- und Rückseite eines damit bedruckten T-Shirts auszutauschen. Was dabei herauskam, hat mit den Absichten des sittsamen Konzerns nichts zu tun, bei Pächtertreffen wurde ehedem größter Wert darauf gelegt, samt und sonders in Anzügen mit feinen Farbabstufungen zu erscheinen. Das ergab ein nuanciertes, aber dennoch sehr geschlossenes Erscheinungsbild.

Kein Franchise – es hätte jedoch sehr nahe gelegen

Was macht eigentlich den Unterschied aus zwischen der Erfüllung eines Pachtvertrags und dem regelmäßigen Entrichten von Franchisegebühren? Man kann die Höhe halbwegs selbst bestimmen, wenn ein Prozentsatz dafür festgelegt ist. Ein Tankstellenpächter verdient nur so viel in seinem Kerngeschäft, dass er alles Mögliche nebenbei vertreiben muss. Ob sich das lohnt? Okay, wenn alles ringsum geschlossen ist, holt man sich gerne seinen Tabak an der Tanke, doch mitten in der Nacht ein frisches Brötchen – wer will das schon? Mit Kaffee sieht es gleichwohl etwas anders aus, und zur Not ist auch ein Toilettenschlüssel in der Nähe.

Kein Franchise – und das hat seine Richtigkeit

Um den Service fürs Automobil ist es hingegen meist mager bestellt. Die Waschanlage ein paar Straßen weiter macht alles gleich viel schöner, auch auf kleinere Reparaturen ist man nicht immer eingerichtet und Verschleißteile kosten. Der Sauger für den Innenraum leistet zwar gelegentlich gute Dienste, ist jedoch oft recht umständlich zu handhaben, die Nachfüllstation für den Reifendruck funktioniert garantiert spätestens beim zweiten Versuch. Da beschränkt man sich doch eher auf das Beschaffen von Reiselektüre, die durchweg günstig zu haben ist und eine enorme Bandbreite spiegelt.

Tagesgeschäft lässt keine Zeit zum Feiern

Überhaupt: den Zwangaufenthalt unter teils verwaisten Neonfluten dermaßen auszunutzen! Die Zeiten, als man hier Partys feierte, sind längst vorbei, solche glücklichen Momente, während derer die Preise purzelten, allerdings auch. Das Geschäft läuft, solange Autos fahren, an manchem Standort brummt es regelrecht. Anderswo ist manches Mal kaum jemand anzutreffen, auch wenn der Nachtschalter einen durchgängigen, wenn auch nicht ganz reibungslosen Betrieb gewährleisten kann. Und sollte dann noch die Angst vor einem Überfall durchscheinen, wird es richtig ungemütlich.

Tankstellen waren früher viel einladender

Bislang hat sich noch kaum ein Mineralölvertrieb dazu durchgerungen, das Franchising anzubieten. Dabei könnte man doch auch ein Happening draus machen. Die Tankpause muss nicht nur dazu dienen, schnellstens aufzufüllen, um alsbald den Platz zu räumen, sie ließe sich ebenso mit einem netten Aufenthalt verbinden und währenddessen gemütlich speisen. Dafür bräuchte man allerdings ein etwas abgelegenes Gelände, an dem kein Dauerbetrieb herrscht, der ja ohnehin kaum etwas abwirft. Aber die Kunden kämen und müssten es nur an Ort und Stelle etwas länger aushalten können.

Bringe eine Initiative in Gang

Innovationen dieser Art sind jedoch bei Aral nicht weiter vorgesehen. Wer in dieser Branche Franchisenehmer werden will, muss sich schon etwas einfallen lassen, das den Rahmen des Üblichen sprengt. Hier sind noch Ideengeber gefragt. Sie hätten ein relativ freies Feld zu beackern, von Konzernen losgelöst.

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Timo

25 Jahre, angestellter Fachinformatiker. Von klein auf begeistert an Motoren, Technik und Informationstechnik. Mit dem eigenen Auto folgte dann die Freude an der Autopflege.