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Autoherstellung eines Audi SUV

Wie hoch sind die Herstellungskosten für ein Auto?

Bestimmt auch du hast dich schon einmal gefragt, wie die Auto Hersteller auf solche immensen Summen für einen Neuwagen kommen. Überschlagt man sich dabei die Einzelteile eines Fahrzeugs mal kurz im Kopf zusammen, ist das Auto viel billiger als es verkauft wird.

Doch was in dem Preis noch für Kosten stecken und wie hoch der Gewinn für Händler und Hersteller ist, kannst du in der Statistik der IFA und anhand der Gewinneinnahmen der Hersteller erkennen.

Wie hoch sind die durchschnittlichen Herstellungskosten eines Autos?

Laut der IFA (Institut für Automobilwirtschaft) sind die genauen Kosten der Autohersteller eines der bestgehüteten Geheimnisse der Branche. Anhand eines Beispiels der IFA kann man erkennen, wie sich der Kaufpreis eines Fahrzeug zusammensetzt und was alles an Kosten für den Fahrzeughersteller anfallen.

So zählen zu den Herstellungskosten neben den Produktions- und Materialkosten auch die Entwicklungskosten und einigen anderen Posten hinzu, die man beim Kaufpreis eines Fahrzeugs auf den ersten Blick nicht sieht. Außerdem kann man den durchschnittlichen Wert erkennen, den der Autohändler für ein Fahrzeug an Gewinnmarge erzielen kann.

Der durchschnittliche Neuwagenpreis für Neuwagen in Deutschland lag 2013 bei 26.780 Euro, laut dem Institut für Automobilwirtschaft (IFA).

Listenpreis (brutto) 26.780 Euro
– MwSt. (19%) 4.275 Euro
Listenpreis (netto) 22.504,20 Euro
– Händlermarge (16,5%) 3.713,19 Euro
– Materialkosten 9.789,33 Euro
– Personalkosten 2.250,42 Euro
– Abschreibungen 1.012,69 Euro
– Forschung und Entwicklung 1.350,25 Euro
– Werbung 562,61 Euro
– Garantiekosten 450,08 Euro
– Verwaltungs u. Vertriebskosten 2.137,90 Euro
GEWINN (5,5 %) 1.237,73 Euro

Quelle: Institut für Automobilwirtschaft (IFA)

Wer verdient mehr: Premium- oder Sportwagenhersteller?

Beim Gewinn gibt es große Unterschiede zwischen den Massenherstellern, wie VW und Toyota oder bei den Premiumwagen-Herstellern wie Audi, BMW und Mercedes. Bei Sportwagen oder exotischeren Fahrzeugen sind sogar teilweise bis zu 15% Gewinn möglich. Laut der IFA ermöglichen auch Mythen wie der ‘911er‘ höhere Zuschläge.

Premiumhersteller

Zu den Premiumherstellern in der Fahrzeugindustrie zählen die drei deutschen Autohersteller BMW, Mercedes und die VW-Tochter Audi bereits seit vielen Jahren und das nicht ohne Grund. Denn ohne die Gewinnmarge und den Absatz an Fahrzeugen, die die Fahrzeughersteller jedes Jahr verkaufen und erwirtschaften, wären die drei Marken lange nicht so erfolgreich auf dem Markt, wie sie es letztendlich derzeit sind. Durch ständige Qualitätskontrollen und Weiterentwicklungen können die drei deutschen Fahrzeughersteller ihren Platz in der Automobilbranche gut halten und verteidigen.

 

Durch die moderaten Verkaufszahlen von einer breiten Palette an Fahrzeugmodellen aller Fahrzeugkategorien, können die genannten Premiumhersteller gute Gewinnmargen einfahren. Hingegen zu Fahrzeugherstellern von weniger beliebten Fahrzeugen, die mit viel Absatz an einem Fahrzeug versuchen die geringere Gewinnmarge zu maximieren.

Audi

Als VW-Tochtermarke, hat Audi bei der 2015 bekannt gewordenen Dieselkriese ebenfalls eine große Rolle gespielt, konnte aber trotzdem einen guten Gewinn erwirtschaften. Die Tochter der Volkswagen AG erzielte 2017 mit 8,9 Prozent einen soliden Gewinn (Rendite).

Neben der Produktion von Audi-Fahrzeugmodellen, steht aber auch die Fahrzeugmarke Lamborghini unter der Marke mit den Vier-Ringen. Für die Luxusmarke werden unter anderem Teile ausgeliefert und Motoren verkauft.

Der Umsatz für den Verkauf je Fahrzeug ist mit durchschnittlichen 37.851 Euro eine gute Quote und somit fällt der Gewinn pro Fahrzeug mit 3.347 Euro sogar noch höher aus als bei den beiden Konkurrenten BMW und Mercedes.

BMW

Der bayerische Fahrzeughersteller kann je Fahrzeug zwar nur einen Umsatz von durchschnittlich 33.401 Euro erwirtschaften und der Umsatz ist damit niedriger als bei den meisten anderen Konkurrenten. Doch mit jedem verkauften Fahrzeug verdient BMW immer noch durchschnittlich 3.057 Euro und liegt damit knapp hinter Audi. Mit dem Gewinn von 9,2 Prozent (operative Rendite) konnte BMW jedoch in 2017 die VW-Tochter knapp überholen.

Zur BMW Group zählt seit 2001 auch die von BMW neuaufgelegte Marke Mini und seit dem Jahr 2003 ebenfalls die britische Marke für Edelfahrzeuge Rolls-Royce.

Zwar ist ist der durchschnittliche Umsatz und somit auch der Gewinn niedriger wie im Vergleich zu den anderen Premiumhersteller, doch zählt BMW zum größten Premiumhersteller der Welt. Mithilfe der beiden Tochtermarken Mini und Rolls-Royce kann die BMW Group hohe Verkaufszahlen mit 1,2 Millionen verkauften Autos erzielen. Das meist verkaufte Modell von BMW ist und bleibt der 3er BMW und trägt somit einen Großteil zum Gewinn der BMW Group hinzu.

Mercedes

Für den schwäbischen Fahrzeughersteller Mercedes reicht es beim Umsatz und dem durchschnittlichen Gewinn nur für Platz drei hinter Audi und BMW. Somit hat Mercedes in 2017 einen Gewinn von 8,7 Prozent einfahren und liegt damit knapp hinter Audi.

Bedingt durch die Tochtermarke Smart und den von der Tochter erzielten niedrigeren Fahrzeugverkaufspreis, ist der durchschnittliche Gewinn je Fahrzeug auf 3.343 Euro je Fahrzeug gesunken. Trotzdem konnte somit Mercedes den bayerischen Hersteller deutlich überholen und liegt knapp hinter der VW-Tochter Audi.

Sportwagenhersteller

Das Sportwagen mehr Geld wie ein durchschnittliches Fahrzeug kostet ist aufgrund von der Mehrleistung der Motoren und kostenintensiveren Materialien eindeutig. Doch ist der Gewinn durch sehr unterschiedlichen Verkaufspreise der Sportwagenhersteller unterschiedlicher wie die der Kleinwagen und Premiumhersteller.

Porsche

Die deutschen Sportwagen aus Zuffenhausen sind in Allerwelt beliebt und wegen des hohen Qualitätsstandard sehr geschätzt. Somit ist der stetige Verkauf von Sportwagen mit stabiler Tendenz zur Steigerung.

In 2017 zählte Porsche erneut zu den Gewinnern der Oberklasse und konnte einen Gewinn von 18,4 Prozent erzielen.

Den Umsatz von 91.309 Euro konnte Porsche mit jedem verkaufen Fahrzeug erzielen und erreichte dadurch einen Gewinn von durchschnittlich 16.780 Euro je Fahrzeug. Der meiste Gewinn wird dabei wohl durch den Porsche 911 erzielt, der weiterhin ein unangefochtener Sportwagenklassiker ist.

Der Profit der meist feuerroten Sportwagen aus Italien ist unschlagbar. Mit 24,6 Prozent Gewinn ist Ferrari ein absoluter Spitzenreiter der Sportwagenhersteller. Diesen Gewinn konnte Ferrari trotz einem Absatz von nur 5.000 Autos in 2017 erreichen.  Die Menge an verkauften Autos wurde bewusst niedrig angesetzt und der Gewinn konnte vermeintlich durch die limitierten Modelle erzielt werden.

Im Schnitt erwirtschaftete jedes von Ferrari verkaufte Auto 279.978 Euro. Bei einem solch hohen Umsatz bleibt selbstverständlich auch einiges an Gewinn über. Dieser konnte mit einem erstaunlichen Durchschnitt je Fahrzeug von 69.000 Euro erzielt werden.

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[Quellen: 1 / 2]

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4 Kommentare

Daniel 15. Januar 2021 at 0:56

Moin, kannst du mir sagen wie ich an die Studie komme, wenn sie nicht im Web ist?

Antworten
Timo 15. Januar 2021 at 4:27

Hallo Daniel,
es scheint keine Studie zu sein sondern lediglich ein Beispiel, wie sich die Werte in etwa zusammensetzen. Die Autokosten sind weiterhin das “bestgehütetste Geheimnis in der Branche”.
Gruß Timo

Antworten
Micha93 14. Februar 2020 at 17:11

Wo kann man die Orginalstudie von der IFA finden?

Antworten
Timo 14. Februar 2020 at 20:12

Hallo Micha93,
die Studie ist leider nicht im Web veröffentlicht worden.

Antworten

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